Feurig – lyrisch - atemberaubend

Der Geiger Hiroto Yashima spielt am 8. Februar im Sparkassenfoyer

Vivaldi, Beethoven, Paganini, Rachmaninow, Sarasate – der japanische Geiger Hiroto Yashima lässt keinen der großen Komponisten aus, wenn er am Sonntag, 8. Februar, um 17 Uhr zusammen mit der Pianistin Miyuki Motoi im Foyer der Sparkasse am Neuruppiner Fontaneplatz das erste Kammerkonzert des Neuruppiner Musikvereins in diesem Jahr bestreitet. Schon einmal war der hoch dekorierte Geiger in Neuruppin zu Gast. Es spielte 2011 auf Anfrage vom Dirigenten Takao Ukigaya als Solist mit dem Brandenburg­ischen Staatsorchester beim Benefizkonzert zugunsten der Opfer der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in Japan.

Hiroto Yashima und Miyuki Motoi eröffnen ihr Konzert mit der 2. Sonate von Antonio Vivaldi aus der Sonaten-Sammlung A-Dur op. 2. Sie entstand um 1708, als Vivaldis Ruhm schon weit über die venezianischen Stadtgrenzen hinaus reichte. Virtuos reich ausgeschmückt und voller ausdrucksstarker Passagen kommt Ludwig van Beethovens F-Dur Romanze daher. Sie ist schwer zu spielen und verlangt vom Solisten virtuose Technik und gestalterisches Feingefühl. In welchem Umfeld Robert Schumann seine poetischen Fantasiestücke a-Moll op. 73 komponierte, ist unglaublich. Dresden war 1849 geprägt von schweren politischen Unruhen, die Schumann schließlich zwangen, mit seiner Frau Clara aufs Land zu fliehen. Nichts davon ist in seiner Musik zu spüren; der idyllische Charakter der drei Sätze steht vielmehr für die Sehnsucht nach Harmonie und Privatsphäre. Ganz anders die „Polonaise brillante Nr. 1 D-Dur“ vom polnischen Violinvirtuosen Henryk Wieniawski. Feuriges Temperament, schwungvoller Ausdruck und grandiose Technik zeichneten nicht nur sein Geigenspiel, sondern auch seine Kompositionen aus.

Mit Niccolò Paganini geht es in den zweiten Teil des Abends. Bis heute ist der spieltechni­sche Anspruch seiner Kompositionen für jeden Geiger die größte Heraus­forderung. Auch Paganinis 2. Violinkonzert h-Moll op. 7 von 1826 ist ein Paradestück dafür. Hiroto Yashima spielt daraus das Rondo La Campanella mit atemberaubenden Spielfiguren. Von Sergej Rachmaninow erklingt die ursprünglich für hohe Singstimme und Klavier komponierte Vocalise cis-Moll op. 34 Nr. 14. Erst 22 Jahre alt war Wolfgang Amadeus Mozart, als er den berühmten italienischen Geiger Gaetano Brunetti zum ersten Mal hörte. Er war so begeistert, dass er ihm das mehrere Kadenzen umfassende Rondo C-Dur für Violine und Orchester komponierte. Brunetti führte es drei Jahre später auf; in der Sparkasse erklingt die Fassung für Geige und Klavier. Vom englischen Komponisten Edward Elgar spielt Hiroto Yashima das Charakterstück La capircieuse op. 17, vom Franzosen Jules Massenet die Méditation aus „Thaïs“

Zum Schluss ein weiterer Höhepunkt: die Zigeunerweisen op. 20“von Pablo de Sarasate. In seiner Spielanweisung dazu schrieb er: „Es ist nicht gut möglich, die Art und Weise der Ausführung dieses Stückes genau vorzuschreiben. Dasselbe soll ganz frei wiedergegeben werden, um dem Charakter einer improvisierten Zigeunermusik möglichst nahe zu kommen.“ Alle großen Geiger nachfolgender Generationen haben dies als Herausforderung verstanden. Auf die Interpretation von Hiroto Yashima und Miyuki Motoi im Foyer der Sparkasse darf man gespannt sein.


Bereits zum zehnten Mal stellt die Sparkasse Ostprignitz Ruppin nicht nur ihre Räume für ein Konzert des Musikvereins zur Verfügung sondern übernimmt auch die Gagen der Künstler. Der Erlös des Konzertes steht dem Musikverein für die Organisation seiner Klassik-Konzert-Reihe zur Verfügung. Die Karten für das Konzert am Sonntag, 8. Februar, 17 Uhr, im Foyer der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin am Fontaneplatz in Neuruppin kosten 17 Euro, für Schüler fünf Euro. Sie sind in Neuruppin bei der Sparkasse, der MAZ, dem Ruppiner Anzeiger, im Bürgerbahnhof und beim Musikverein, Tel. 0 33 91 / 458 459, erhältlich.