Kaiserlich-königliche Harmonie mit dem Frankfurter Bläseroktett

am 27. September im Schlossgarten Neuruppin

acht Holzbläser des Brandenburgischen Staatsorchesters Seit der österreichische Kaiser Joseph ll. 1782 ein eigenes Bläserensemble gegründet hatte, gilt die Besetzung mit je zwei Oboen, Klarinetten, Hörnern und Fagotten als Standard. Nicht Originalkompositionen, sondern Bearbeitungen solcher Bläserensembles haben ein riesiges Publikum quer durch alle Gesellschaftsschichten. Der Boom der Harmoniemusik im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert ist allumfassend. Adelspalais und Bürgervilla, Wirtshaus und Straße sind ebenso ihr Schauplatz wie das Kloster.

Am Sonntag, 27. September, stehen für Sie acht Holzbläser des Brandenburgischen Staatsorchesters auf der Bühne im Schlossgarten in Neuruppin: die Oboisten Ruth Pfundstein und Volker Kunze, die Klarinettisten Christian Krech und Wolfgang Rudolpf, die Hornisten Falk Höna und Roman Horynski und die Fagottisten Jörg Seifert und Lutz Janus. Sie gründeten sich als Frankfurter Bläseroktett mit dem Ziel, die Freude an der klassischen Harmoniemusik dem heutigen Publikum zu vermitteln. Das Repertoire umfasst originale Kompositionen sowie Arrangements beliebter Werke aus drei Jahrhunderten. Um 17 Uhr eröffnen sie mit der tänzerischen „Feldparthie B-Dur“ ihr Konzert. Es ist das dritte von insgesamt sechs Divertimenti aus Joseph Haydns „Feldparthien“. Johannes Brahms wählte sich einen Satz aus diesem Zyklus, den Chorale St. Antonii, zum Thema seiner berühmten Haydn-Variationen. Auch wenn Haydns Schüler Ignaz Pleyel als der tatsächliche Komponist dieser „Parthita“ identifiziert ist, wurde deshalb der Variationen-Titel nicht geändert.

Johann Nepomuk Hummels „Oktett-Parthia Es-Dur“ folgt im Anschluss. Das Werk umfasst drei Sätze und ähnelt Werken Mozarts oder des frühen Beethoven. Der erste Satz ist in Sonatenform gehalten und beginnt mit einem fanfarenartigen Motiv, zu dem ein melodiöser zweiter Gedanke kontrastiert. Charmant und eher schlicht kommt das Andante daher, während die Hornsignale des Vivace-Finales einer Jagdszene beschwören.

Eine weitere Besonderheit stellen die Arrangements von Arien aus Opern von Wolfgang Amadeus Mozart dar. Im zweiten Teil spielt das Oktett aus „Die Hochzeit des Figaro“, „Die Zauberflöte“ und „Die Entführung aus dem Serail“ verschiedene für Holzbläser arrangierte Stücke, so u.a. die Ouvertüre aus dem „Figaro“, den „Vogelfänger“ aus der „Zauberflöte“ oder „Welche Wonne, welche Lust“ aus der Serail-Oper. Diese von Mozart teils selbst oder von anderen Musikern seiner Zeit geschaffenen Werke gehören wohl zu den schönsten Bläserkompositionen überhaupt.

Ein vergnüglicher Abend steht also bevor, in dem die Musiker viel Witz, Raffinesse und Können beweisen. Wir laden Sie herzlich ein, der Tradition der Harmoniemusik mit dem Frankfurter Bläseroktett zu folgen.


Die Karten für das Konzert am Sonntag, 27. September, um 17 Uhr im Schlossgarten in Neuruppin kosten 17 Euro, für Schüler 5 Euro. Sie sind in Neuruppin bei der MAZ, dem Ruppiner Anzeiger, im Bürgerbahnhof und beim Musikverein, Tel. 0 33 91/ 65 98 198, erhältlich.