Kammerkonzert Violine, Bratsche und Klavier

» Violine: Evgenia-Maria Popova
» Klavier: Wolfgang Manz
» Viola: Dimitar Penkov

Beginn: 17 Uhr
Sparkasse Neuruppin
Eintritt: 17 €, Schüler: 5 €

Programm:

J. Brahms - Sonate von op. 120 Nr. 1 für Viola und Klavier
W. A. Mozart - Duo in G KV 423 für Violine und Viola
W. A. Mozart - Duo in B KV 424 für Violine und Viola
L. v. Beethoven - "Kreutzer" Sonate, A -Dur op. 47

Frisches, Gewagtes und auch Düsteres für Geige, Bratsche und Klavier

Für das erste Kammerkonzert des Jahres lädt der Musikverein am Sonntag, 5. Februar, um 17 Uhr traditionell in das Foyer der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin am Fontaneplatz in Neuruppin ein. Die bulgarische Geigerin Evgenia-Maria Popova, der Solobratscher der NDR Radiophilharmonie Dimitar Penkov und der Pianist Wolfgang Manz geben ein Konzert für Violine, Viola und Klavier mit Werken von Brahms, Mozart und Beethoven.

Eigentlich wollte Johannes Brahms nicht mehr komponieren. Doch dann traf er auf den Meininger Klarinettisten Richard Mühlfeld. Von dessen Spiel war Brahms so hingerissen, dass er doch noch einmal zur Feder griff. Mit 58 Jahren komponierte er zwei Sonaten für Klarinette und Klavier und schuf damit eine ganz neue Gattung. Alternativ schrieb er die Sonaten auch für Bratsche und Klavier, wohl wissend, dass sie dadurch mehr Spieler finden würden. Das Kammerkonzert in der Sparkasse eröffnen Dimitar Penkov und Wolfgang Manz mit der Brahms-Sonate für Viola und Klavier op. 120 Nr. 1 in f-Moll. Sie beginnt düster und schwermütig, ähnelt einem schmerzlich verzerrten Ländler, entwickelt Wärme und Grazie im zweiten und dritten Satz und schließt mit einem munteren Rondo.

Wolfgang Amadeus Mozart verbinden die meisten Musikfreunde mit dem Klavier. Dass sein zweites Hauptinstrument die Geige war, wird oft vergessen. Vater Leopold war nicht umsonst der erfolgreichste deutsche Violinpädagoge der Aufklärungszeit. Systematisch hat er auch seinen Sohn ans Geigenspiel herangeführt – mit Erfolg. Solange Mozart in Salzburger Diensten stand, hat er seine Geigerkarriere mit Akribie verfolgt. Erst seine Übersiedlung nach Wien brachte die Entscheidung zugunsten des Klaviers. In Salzburg schrieb Mozart auch die beiden Duos für Violine und Viola Nr. 1 und Nr. 2. Beide Kompositionen sind Meisterwerke des Genres. Der Musikhistoriker Alfred Einstein beschreibt sie als „Kunstwerke höchster Art, von einer Frische, Laune und Geigenmäßigkeit, die sie zu Unika ihrer Art machen“. Die Musikliebhaber können sich auf gewagte Harmonik, kontrapunktische Komplexität und rhythmische Vielfalt freuen, die angereichert mit Doppelgriffen immer wieder die Illusion erwecken, als spielten mehr als zwei Streicher. Beide Mozart-Duos werden in der Sparkasse zu hören sein: eines vor der Pause, eines danach.

Ludwig van Beethovens „Kreutzersonate“, die Violinsonate Nr. 9 A-Dur steht am Ende des Konzertes. Voll von Klang und Überraschungen, virtuos und abwechslungsreich, nimmt sie die Zuhörer mit auf eine furiose, meditierende und jubelnde musikalische Reise. Die Kritiker damals konnten dem Stück zunächst nichts abgewinnen. Zu radikal, zu mächtig, zu anders. Heute gehört sie zu den berühmtesten und wirkungsvollsten Violinsonaten Beethovens.

Der Musikverein bedankt sich bei der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, die zum zwölften Mal nicht nur ihre Räume zur Verfügung stellt und in einen Konzertsaal verwandelt, sondern auch die Gagen der Künstler und die Kosten für den Aufbau übernimmt. Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf stehen dem Musikverein für die Organisation weiterer Klassik-Konzerte zur Verfügung.


vor zurück