Programm

Ganz im Zeichen Ludwig van Beethovens steht das Sinfoniekonzert des Brandenburgischen Staatsorchesters am Sonntag, 6. Mai, um 17 Uhr, in der Kulturkirche in Neuruppin. Unter Leitung von Takao Ukígaya spielt das Orchester das Klavierkonzert Nr. 4 mit dem Pianisten Haruko Kuroiwa und Beethovens 3. Sinfonie.

Mit seinem G-Dur Klavierkonzert läutete Beethoven eine neue Ära in der Gattung der Solokonzerte ein. Ganz in piano, zögernd versonnen, beginnt der Pianist ein Thema von zarter, lyrischer Schönheit. Mit höchster Feinheit konzipiert, entwickelt sich daraus ein „Gespräch“ zwischen Klavier und Orchester. Nach und nach entfaltet sich im ersten Satz die gesamte Kraft des Dialoges. Sie gipfelt in einem triumphalen Zusammenspiel beider Seiten mit expressivem Figurenwerk, schillernden Trillern, gewaltigen Akkorden und chromatischen Tastenläufen am Klavier. Im zweiten Satz ließ sich Beethoven von der Orpheussage inspirieren: Der Sänger der Liebe bezwingt die finsteren Mächte der Unterwelt. Düster und marschartig steigt das Orchester ein. Die Antwort darauf ist ein innig-gebundenes Thema am Klavier. Während das Orchester immer leiser und kürzer in seinen Aussagen wird, gewinnt das Klavier an Selbstbewusstsein. Die Mächte der Finsternis verlieren den Kampf gegen den Sänger der Liebe. Dem heiteren dritten Satz setzt Beethoven einen brillanten, besonders effektvoll gestalteten Abschluss.

Nach der Pause wird es heroisch. Beethoven hatte seine 3. Sinfonie (Eroica) ursprünglich Napoleon Bonaparte gewidmet. Fasziniert von den republikanischen Ideen und dem Aufstieg des Feldherrn der Französischen Revolution schuf er ein poetisches Tongemälde, das um Heldentum, Revolution und Menschwerdung kreist. Die Bläser klingen aus allen Sätzen signalhaft hervor. Die „Marcia funebre“ (Trauermarsch) verweist direkt auf die ab 1789 in Frankreich gebräuchliche Form der Totenehrung. Beethovens Napoleon-Begeisterung kehrte sich später in das Gegenteil um. Geblieben ist „eine sehr weit ausgeführte, kühne und wilde Phantasie“, wie die ersten Berichterstatter 1805 nach der Uraufführung schrieben. Zwei Jahre später hieß es, „ es sei die größte, originellste, kunstvollste und zugleich interessanteste aller Sinfonien“.

Freuen können sich die Klassikfreunde auch auf ein Neuruppiner Nachwuchstalent. Die elfjährigen Musikschülerin Fiona Dedow aus Radensleben eröffnet das Konzert. Die Erstplatzierte in der Horn-Solowertung des diesjährigen Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“ spielt mit dem Staatsorchester das Konzert in B-Dur für Waldhorn und Orchester von Josef Dominik Skroup.


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