Flöten- und Klavierabend

» Junko Ukigaya - Flöte
» Miyuki Motoi - Klavier

Beginn: 17 Uhr
Altes Gymnasium Neuruppin
Eintritt: 17 €, Schüler 5 €

Programm

Lyrisch beginnt der Abend mit Ludwig van Beethovens „Romanze Nr. 2 F-Dur“. Mit der ursprünglich für Violine und Klavier komponierten Romanze begründete Beethoven eine neue musikalische Gattung, die auch Carl Nielsen, Max Bruch und Antonín Dvorák zu eigenen Beiträgen inspirierten. Das Interesse der Verleger war zunächst gering. Das Publikum jedoch nahm das Werk und seine Bearbeitungen begeistert auf, so dass es 1805 erstmals abgedruckt wurde. Junko Ukigaya und Miyuki Motoi spielen die Romanze nach den Originalnoten – die Geige wird durch die Flöte ersetzt. In Franz Schuberts „Sonate a-Moll“, die er ursprünglich für das fast vergessene Saiteninstrument „Arpeggione” schrieb, setzen die beiden Musikerinnen tänzerische und volksliedhafte Akzente. Bei der Uraufführung 1824 saß Franz Schubert selbst am Klavier. Vincenz Schuster spielte das Arpeggione, das erst ein Jahr zuvor von Johann Georg Stauffer erfunden wurde. Klanglich soll es in der Höhe einer Oboe, in der Tiefe einem Bassetthorn geähnelt haben. Das Arpeggione ist untergegangen. Nicht jedoch die Sonate, die für verschiedene Instrumente bearbeitet wurde. Wehmütig und verspielt-virtuos sind die Themen des ersten Satzes. Ausgesprochen lyrisch setzt der zweite Satz nach.

Nach der Pause geht es nach Europa hinaus: vom italienischen Opernkomponisten Gaëtano Donizetti erklingt die „Sonate c-Moll“, vom französischen Komponisten und Soloflötisten Philippe Gaubert eine „Fantasie“, vom russischen Komponisten Sergej Rachmaninov die melancholisch-ausdrucksstarke „Vocalise cis-Moll op. 34 Nr. 14“ und vom Belgier Charles-Auguste de Béroit die „Szene de Ballet op. 100“. Rachmaninovs „Vocalise“ gehört zu einer Sammlung von 13 Liedern, die er 1912 veröffent-lichte. Erst drei Jahre später fügte er die „Vocalise“ als kleines Schlussstück hinzu. Vocalisen sind seit dem frühen 19. Jahrhundert eine eigenständige Musikgattung, bei der ein Instrument den Part der Singstimme übernimmt. Bald schon übertraf Rachmaninovs Vocalise seine übrigen Lieder an Bekanntheit und wurde für verschiedenste Instrumente bearbeitet. Die „Scene de Ballet“ von Charles-Auguste de Béroit erschien 1857 in einer Fassung für Violine und Orchester. Der Paganini-Fan verbindet in seinem Werk schwelgende Melodien mit Walzer- und Bolerotänzen in symphonischer Dramaturgie.


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